fast Las Vegas

gestern war ich mal wieder in Obrigheim, OCM hat sich von Pokerwelle getrennt und nennt sich jetzt dragon-poker.

 Nachdem Frank vor 3 Wochen die LasVegas-Reise mit WSOP Ticket gewonnen hat, war nun der Plan das auch für mich zu erledigen.

 ...und es war denkbar knapp...

 

55 Spieler. Platz 1 WSOP+1Woche Vegas, Platz 2 das gleiche ohne WSOP Ticket.

Ich kann es nicht anders sagen: Traumblätter - das werde ich in meinem Leben nicht wieder kriegen. Gleich in der ersten Hand 77 und Set auf dem Flop usw. In der Mittelphase dann AA, AA, AK, xx und TJs und AA hintereinander. Dabei zweimal verdoppelt. Dann war ich erstmal fett Chipleader, der Tisch muss mich gehasst haben.

 Davor eine bemerkenswerte Hand: QQ pushe ich den BB. BB geht in den Tank und zeigt mir 44. Irgendwann callt er und als er zeigt sagt mein linker Nachbar er hätte ein 4 weggeworfen. Dummerweise fand die letzte verbliebende 4 es nicht weiter schlimm sich doch in den Flop zu schummeln - Bumm... nur hatte ich dann die Q auf dem Turn und alles war gut. (das war vor meinen dreifachen AA und ich wäre rausgeflogen mit der Hand, oder jedenfalls ultrashort gewesen).

Whatever. Final Table war dann kein Problem und irgendwann waren wir noch 5 Spieler, Frank und ich beide dabei.

Dann lief es beschissen, Frank Platz 5 und ich Platz 4. Eine Hand nach meinem Exit hat sich der dritte verabschiedet.

MIST MIST MIST... so knapp an Vegas vorbei.

Die letzte Hand war nicht sehr spektakulär, der tighte Button macht nen Minraise gegen mich im BB, ich habe 9Ts und pushe, er callt mit AA und ich bin weg. Aber mit.... einem M von sagen wir 5-6 kann man auch nicht mehr einfach warten bei 4 Spielern.

Whatever... ich hatte viel Glück und dann kann man sich nicht beschweren gegen AA zu rennen, passiert.

Frank hat auch einmal mit KK gegen QT verloren, Shit happens.

Also, bin ich um einen LCD reicher (bringt mir garnix) und hatte 6 Stunden Fun. Passt schon...

1 Kommentar 15.3.09 12:28, kommentieren

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Legendary BluffCall on the River

Ich habe schon länger nichts mehr geblogt, was einerseits daran liegt, dass ich weniger spiele als früher (Diss muss dieses Jahr fertig werden), dass ich etwas die Lust verloren habe (spiele wie ein Maniac ohne Sinn und Verstand, keine Motivation mit dem entsprechenden Downswings) und naja...

Aber gestern war mal wieder in Mannheim Pokerrunde und es gibt einiges zu erzählen.

Bevor ich anfange: Der Papa (ich nenne ihn ab jetzt mal so um echte Namen zu vermeiden aber jeder weiss wen ich meine) hat sich bei der Pokerwelle für ein WSOP Sidevent qualifiziert (incl. Flug und Hotel)... NEIDDD!!! Ich will auch... vielleicht schaff ich es noch mich für das morgige Mio$TurboTakedown zu qualifizieren, dann hab ich wenigstens etwas. Egal... kommen wir zu gestern:

Der Doc hat das Konzept des BluffCalls (http://www.learn-texas-holdem.com/the-bluff-call.htm) brilliant auf das Spiel auf dem River erweitert.
Folgende Situation: großer Pot, River, Gegner bet 1€, Doc Raise 5€, Gegner AllIn mit "viel"... Doc geht "into the Tank" und zeigt mir zwischendurch seine Hand. King High bei einm Board mit Straight und Flush-Möglichkeiten. Nach bestimmt 2 Minuten und viel Hollywood (ich dachte er schauspielert die ganze Zeit weil sein 5€ Raise ein klarer Bluff war und er das nicht zeigen wollte, deswegen Hollywood und dann fold) - als er plötzlich callt.
King High verliert gegen Straight. Klassischer BluffCall auf dem River! Brilliant... Kein weiterer Kommentar ausser: "LEGENDARY"!!!

Eine weitere bemerkenswerte Hand:
Der Zottel macht preflop Action, Shorty callt und die Prinzessin (nenn ich mal so wegen des Vornamens) callt. Flop Q97. Shorty Bet, Prinzessin Raise, Zottel Push, Shorty callt (ist sehr short) und die Prinzessin ist leicht geschockt. 29€ im Pot und 11€ zu callen. Sie foldet Q9 (top two Pair) und der Zottel zeigt KK und der Shorty TJ zum Straightdraw. Zottel kriegt den Pot mit 1 Pair.

Jetzt das was mich mal wieder etwas nervt. Wenn Leute schlecht spielen und mir dann vorwerfen ich würde schwachsinnig spielen (was noch ok ist, denn das mag ab und zu so aussehen) - aber wenn ich dann versuche das zu erklären (sorry an das Nordlich, "dont teach the Fish" und mir dann noch vorgeworfen wird "es wäre ja ok, dass ich schwachsinnig spiele, aber ich würde immer versuchen es hinterher zu rechtfertigen"...gnnnn.  Ich versuche es nicht zu rechtfertigen - ich versuche es zu erklären, denn ich bin überzeugt davon, dass es nicht (sagen wir selten) Schwachsinnig ist und ich halt die Fehler der anderen ausnutze, nämlich z.B. TP oder Overpair masslos zu überschätzen und nicht folden zu können. Das ganze nennt man dann huge implied Odds und ist total logisch - aber wenn manche Leute nicht lernen wollen... ok... soll mir dann auch egal sein.

Was ist passiert? Der Scheffermann hat mal wieder ein Overpair geschlagen.

Wie ist das passiert? Ich hab 24s UTG und minraise auf 2BB. Analyse: ich will billig einen Flop sehen und möglichst gegen viele Spieler. Wenn ich limpe ist die Gefahr groß, dass jemand raist und ich ca. 5BB zahlen muss, wenn ich aber schon minraise ist die Versuchung nochmal zu raisen hoffentlich geringer
und ich sehe vielleicht den Flop für 2BB. Auch sind 2BB in der Runde nix, womit man Limper verschreckt - es ist also der ideale Bet um einen möglichst großen Pot mit vielen Spielern und aufzubauen. Man muss dafür halt verstehen mit welchen Händen man gegen viele Gegner spielen will und mit welchen Händen gegen weniger, also eines der Grundkonzepte die der Tester (nenn ich jetzt mal so...) nicht ganz durchdrungen hat (z.B. in einem Pot mit vielen Limpert mit kleinen Pockets zu raisen um das Feld auszudünnen ist das typische Beispiel dafür... er meint das wäre richtig und es ist aber totaler Quatsch... egal).

Ich krieg 2 Caller und der Tester raist auf 15BB. Jetzt find ich es schon amüsant, dass jemand der mit JJ (wie sich später  herausstellt) den Pot preflop massiv overbettet mir vorwirft ich würde schwachsinnig spielen... whatever ich calle das und wir sind headsup. Sicher nicht die optimale Situation für 1-Gap-SCs
(in die Klasse von Starthänden fällt der "Scheffermann" nun mal) aber die Implieds sind hoch genug. Jetzt kann man an der Stelle sagen, dass es Quatsch ist mit 24s einen 15BB Preflopraise zu callen (weil die 15BB so hoch sind). Das sehe ich anders. An dieser Stelle ist nicht mehr das relative Verhältnis zu den Blinds relevant sondern das relative Verhältnis zu den Stacks der involvierten Spieler (bzw. die Size des "effective Stacks". Es ist völlig egal wie hoch die Blinds sind, denn ich gehe ein Risiko ein und das potentielle Nutzen ist allein durch den Stack bestimmt den ich einsezten/gewinnen kann. Und zu dem Zeitpunkt waren der Tester und ich die BigStacks.
Dazu kommt, dass man sich fragen muss ob die Implieds wirklich da sind, und das kommt auf die Spielweise des Gegners an - jemand der Postflop vorsichtig spielt ist kein gutes Opfer, aber aggressive Spieler die kein gutes Betsizing beherrschen sind willkommene Gegner (ich sag nur 15BB Preflop Raise mit JJ).
Also calle ich - der Gegner ist perfekt, ich kann ihn sehr gut auf eine Hand setzen (AK oder hohes Pocket) und die implied Stack Odds sind ausreichend.

Wie es kommen musste floppe ich ein Pair und einen Gutshot (ich musste 2,60€ callen für einen 4,50€ im Pot, macht auf dem Flop einen Pot von über 7€ - mein Stack war bei ca. 50€ und der des Testers war im ähnlichen Bereich, da er kurz vorher den BluffCall vom Doc abkassiert hatte mit einem dicken Allin.

Also. das macht 2 Outs für Trips, 3 Outs für 2 Pair und 4 Outs für Straight = 9 Outs = 36% Siegchance wenn der Tester ein Overpair hat.
Er bettet 3€ und ich calle (naja, auf dem Turn sinds 20% dass ich improve, sind grob Potodds von 30% bei 20% Chance zu improven). Jetzt krieg ich den genauen Velauf
von Turn und River nicht mehr hin, aber ich glaube auf dem Turn gabs nochmal nen 3€ Bet und nen Call. Auf dem River hab ich dann 4€ gebettet (mit 2 Pair und die höchste Karte auf dem Board war eine 7 oder so) und der Tester regt sich schon vorm Zug auf und callt dann mit JJ und just one Pair (Phil Gordon: dont go broke
with just one Pair). Ich fand die 4€ übrigens die perfekt Betsize und ziemlich gut...

Der Tester regt sich tierisch auf... es wäre schwachsinnig mit 24s preflop 3€ zu callen. (Mal abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass die Stackrelation und nicht die BB-Relation entscheidend ist - hier noch ein kurzes Beispiel zum klassischen Set-Mining, dem Paradebeispiel für das Rechnen mit implied Odds: mit einem
kleinen Pocket kriegt man jedes achte Mal ein Set. Wenn man sich also überlegt ob man einen Preflop Raise callt sollte man sich 2 Dinge überlegen

a) wenn ich das Set kriege, ist der Gegner jemand der noch soviel in die Hand investiert, dass ich den Einsatz 8-fach zurückkriege?
b) ist der effektive Stack mindestens achtmal so groß wie der

Einsatz (sonst macht das offensichtlich keinen Sinn).
-> in der Argumentation taucht nirgendwo auf, wieviel BB gesetzt wurden - und das hat einen Grund!!! Ich will hier nicht ins Detail gehen, das sind Standard-Strategien und die kann man überall nachlesen. Whatever - worauf ich hinauswill ist, dass die Höhe des Preflop-Bets in BB für die Argumentation irrelevant ist.

Whatever... es ist schwachsinnig mit 24s (oder 1-Gap-SCs) preflop zu callen - ist es doch oder???

Ich könnte nun selber erklären was ich mir dabei gedacht habe (Tatsache: ich DENKE bei dem was ich da tue ab und zu nach, ehrlich!), aber man scheint mir nicht immer so zu glaube. Nun werde ich einfach mal die Stellen aus der Literatur raussuchen und zeigen dass die Leute, denen man vielleicht eher glaubt, genauso spielen.

Spontan fällt mir da Hand 153 der Aussie Millions ein (Gus Hansen: Every Hand Revealed, Seite 147 WÖRTLICHES ZITAT):


"I have 2c 4c on the Button and I extend my deepest apologies to Daniel Negreanu for folding this hand. I know I am not supposed to and under normal circumstances I probably wouldn't have done it".

Es kommt jetzt noch ein Abschnitt wo er erklärt warum die Situation jetzt so speziell ist und er foldet, was genau das ist was
ich oben sage, der BB ist short und er kriegt die Implieds nicht, weil der effektive Stack zu klein ist. Das Beispiel trifft es EXAKT!
Ok, wenn ich also schwachsinnig spiele, dann spielt Gus Hansen genauso schwachsinnig und aller Wahrscheinlichkeit nach auch Daniel Negreanu. In der Gesellschaft
spiele ich gerne schwachsinnig!

Anmerkung: ich habe mal geschau ob und wie Gus in den anderen Hädnen 1-Gap-SCs spielt und es ist genau wie ich es tue (ok, das ist falsch... ich hab es ihm - und anderen - abgeschaut und nicht andersrum), Beispiele sind Hand 1 57s, Hand 4 79s, Hand 6 Q9s, Hand 8 57s... und es geht so weiter. Er foldet das fast NIE preflop es sei denn es sind ganz spezielle Situationen... ich fühl mich in bester Gesellschaft.

Jetzt mal ganz doof: warum entschuligt er sich bei Daniel dafür 24s nicht zu spielen? Danieal N. hat eigentlich nur ein wirklich gutes Buch geschrieben, was ich "zufällig" auch hier habe: Poker Holdem Strategy. Schaun wir doch mal nach.

Ich würde gerne mit einem Zitat beginnen was mich an gestern erinnert: "I show him the 5-2 and he goes nuts. He's still sick about it" Seite 276, Hand Carlos Mortensen gegen David Williams auf einem WTP Event. Die genaue Hand passt nicht, aber das Zitat ist passend für die Reaktion gestern

Auf Seite 302 schreibt Daniel etwas über Suited Connectors als Starthände (und er zählt die 1-Gaps dazu!!!)

 

Zitat: "The small suited connectors are absolutely ideal ... since the goal ... is to make straights and flushes against top-pair hands, these hands give you straight potential and flush potential, plus two pair and trips".


Es geht weiter im Abschnitt direkt darunter:

"Against particulary weak players you could break them ... if they have just an overpair. The key to success ... and in particular [with] these types of hands, is that your opponents won't be able to put you on a hand, and will often overplay an overpair.".

Ok, ich denke das trifft EXAKT die Situation gestern.

Nochmal: die ersten beiden Absätze in denen Daniel Negreanu - Player of the Year und Poker-Ikone - die Spielweise
von small-(one-gap)-Suited-Connectors beschreibt treffen EXAKT die Situation von gestern!

(In der Beispielhand ist es 57s gegen KK, nicht wie bei uns 24s gegen JJ, aber das machtnix - das Prinzip ist identisch - Zitat zur Beispielhand: "he won't know what hit him. I might just get his whole stack". Das unterstreicht auch nochmal meine Argumentation,
dass nicht die Basis für dieses Spiel nicht die Betsize ist sondern die "Implied Stack Odds" ("...his whole stack...".

Ok, die Beispielhand triffts nicht ganz, es entwickelt sich ganz anders, aber preflop ist die Argumentation schon gleich.

Nun, ich habe das "fast" so gespielt wie es Daniel Negreanu in seinem Buch lehrt (ok, der Rahmen ist anders, SmallBall ist eine Turnierstrategie, es ist kein kleiner Pot usw...) - und werde bezichtigt schwachsinnig zu spielen. Was soll ich dazu noch sagen.
Vielleicht sollte ich aufhöfen schwachsinnige Bücher zu lesen und auf schwachsinnige Pros zu hören... ich war echt sauer...

Nochmal kurz hinterher: ich will natürlich nicht sagen, dass es immer sinnvoll ist solche Hände zu spielen und dass es jede Menge Faktoren zu beachten gibt (Stacksize, Agressivität des Gegners, Tendenz Overpairs überzubewerten, eigenes Image usw.) und es ist halt stark Situationsabhängig. Und die Situation war richtig.

Und ja sicher: es gehört auch immer ein wenig Glück dazu, keine Frage. Und es geht auch oft genug schief - man muss dann halt nur auf dem Flop direkt aussteigen was manche nicht tun (und entweder mit nix superaggro weiterspielen, wie der Spieleprogrammierer, oder einfach mit viel Hoffnung durchallen wie der Verlobte) aber das ist halt meine Variante.

Nochmal: Preflop zu callen hab ich mir abgeschaut, postflop war das Spiel dann straightforward mit genug Outs - und das lass ich mir nicht wegdiskutieren oder mich als schwachsinnig bezeichnen!

Und nochwas: natürlich ist der Tester kein schlechter Spieler (vor allem nicht wenn man es mit den meisten anderen am Tisch vergleicht), aber er spielt nun mal "old school" wie es Doyle Bronson nennt und damit rennt man in den Style der "neuen Generation"... ach was solls...

Na gut - offen zur Diskussion...

7 Kommentare 21.2.09 13:03, kommentieren

Pokerwelle ade?

Also... nach meiner Pause wegen eines wohlverdienten Urlaubs (Pokerentzug, autsch) habe ich heute mal einen neuen Live-Turnier-Anbieter getestet:

http://www.pokerdali.de/index.php

Es hatte sich zwar für mich schnell erledigt, AK ist halt eine Dreckshand, und später dann mein Semibluffpush nix geworden, naja, aber hier der erste Eindruck (ich hab halt nicht soooo viel mitbekommen):

+ viele Spieler

+ bessere Preise

+ Preise unabhängig von Teilnehmerzahl

+ sehr fähige Dealer

+ pünktlicher Start

- es wird geraucht

- die Leute sind noch etwas "abstruser"

Grundsätzlich würde ich sagen ist Pokerwelle nicht mehr so im Trend... es war lustig und ich werde da öfter mal hin.

 

So far so good

 weiter gehts...

2 Kommentare 1.2.09 19:21, kommentieren

Eklat, Diskussionen und 35€

Gestern war wohl Diskussionsabend.... Das muss ich jetzt mal für mich zusammenfassen - war schon ... äh... interessant...

Ich muss halt etwas aufpassen, dass ich keinem auf die Füße trete, es gab schon einiges an Konfliktpotenzial.

[großer SNIP zur Vermeidung von sinnlosen Konflikten - hat keinen Wert und ist nur destruktiv]

Noch kurz zwei Hände die Annette beide verloren hat:

1.)    Ich kenne den genauen Verlauf nicht mehr, aber auf dem Turn QQK4 hatte Annette Q4 und Andre KK – böse…

2.)    AA bei Annette gegen 69 bei Dennis der mit 2-Pair gewinnt.

Das ist echt Pech… wenn zu „exploitable Style“ auch noch Pech kommt ist das übel, da hätte ich an Annettes Stelle auch die Faxen dicke gehabt.

1 Kommentar 9.1.09 20:04, kommentieren

jaja, der Scheffermann

das wollte ich doch mal festhalten, Bild hat schlechte Qualität aber die Message kommt rüber...

3 Kommentare 7.1.09 18:44, kommentieren

SnG Stragegie-Gedanken (last Update 5.1.09)

So, was soll dieser Quatsch nun... ich hab nun einige 20$ Turnier hinter mir und dabei einen ROI von 20-25%, was ich für extrem gut halte. Jetzt schreib ich mal meine bisherige Taktik zusammen, dann kann ich später mal nachschaun was ich so damals dachte (Zustand "ich bin der beste" - mal schaun wie lange das hält... grob gesagt: wie spiele ich jetzt und was denke ich später darüber - vielleicht ergänze ich das später dann oder veri-/falsifiziere das.

Also zunächst sollte ich das beschreiben was ABC-Poker genannt wird, also die Basisstrategie oder "wie spielt man gegen einen Tisch mit Fischen", dann kommt das was man als "Moves" oder "Weapons" bezeichnet - da hab ich früher nie begriffen was die genau meinen mit "to have another Weapon in my pocket", aber da sammel ich halt - ist prinzipiell alles was angepasst an bestimmte Situationen eine sinnvolle Abweichung von der Basisstrategie darstellt - hier wärs auch gut wenn ich eine Diskussion anregen könnte, aber schaun wir mal.

Ich fang dann einfach mal an (Vorwort: ich werde hier üble Vertipper drin haben, denn ich schreib das ganze auf dem Beifahrersitz während Nadine uns zur Rodelbahn in den Schwarzwald fährt, also alles Ruckelig...)
Achja: das hier ist alles auf Single-Table-Sit&Gos gemünzt Level 10$-50$! Nix Turbo, nix Double-Or-Nothing, nix Shorthanded, nix Multitable!

0.) Basics
Also... Grundsätzlich teilt man das S&G in 3 Phasen: Early, Middle und Late, dabei wird normalerweise empfohlen early supertight zu spielen, in der middle Phase Blindsteals, und zum Schluss ists dann Push/Fold.
Ich sehe das ähnlich, nenne das aber anders, ich fang einfach mal an:

0.1) Vorbereitung
Was ich sehr zu schätzen gelernt habe ist SharkScope - das kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen. Zum einen für die Table Selection, je fishiger desto besser, also auch für die Stats der einzelnen Spieler.
Ich spiele üblicherweise alles was mit 1 oder mehr Fishen geratet ist, also SharkScope Kategorie "easy". Ich hab dann den SharkScope HUD und lasse mir anzeigen wie viele Turniere die schon gespielt haben, was der ROI ist und was due Summe der Gewinne ist. Die wohl wichtigste Info ist die "Tightness" der Spieler - jemand mit positivem ROI und in Summe Gewinner ist tight, jemand mit -ROI und Verlust ist erstmal Loose. Je höher die Werte und je mehr gespielte Turniere desto sicherer ist der Wert. Weiterhin suche ich zu Anfang jeden Spieler und schaue an wie vielen Tischen die gleichzeitig spielen - es ist ein Riesen-Unterschied ob jemand nur einen Tisch spielt oder 4 und mehr. Multitabler sind immer sehr tight und gute Opfer für Steals. Hier gefällt mir Pokerstars übrigens viel besser als FullTilt!!!

0.2) Early
Meine Basisstrategie "early" (sagen wir >20 BB): Es gibt 2 Situationen: ich habe ein Monster das ich IMMER pushe, ist AA, KK und AK (QQ in late Position gegen Fische und hoffen auf Calls). Warum ich AK pushe und welche Ausnahmen es gibt kommt später in "Weapons". Neben den Pushhänden gibt es "Limphände", wobei es Hände gibt mit denen ich entweder nur den BB limpe oder auch einen Standardraise - mit allen Pockets (JJ-22) calle ich auch einen 3BB Raise, ich treffe mein Set oder nicht - mit Set so viel Value wie möglich rausholen, ohne Set FOLD (nicht weiterspielen, auch nicht als Overpair!). Mit Suited Connectors ab 45s aufwärts limpe ich in late Position aber nur wenn die Blinds tight sind und 2 oder mehr Spieler vor mir gelimpt haben, sonst nicht. Letzteres kommt sehr selten vor. Wenn ich mit der Hand einen guten Draw treffe spiele ich entsprechend SmallBall ansonsten Fold auf any action auf dem Flop.

0.3) late Early
late Early beginnt für mich ab Blindlevel 30/60 oder 25/50, hier ist Limpen mit suited connectors oder Pockets nicht mehr profitabel, die Pushs mit AA, KK und AK bleiben. Blindsteals lohnen sich nur sehr sehr bedingt, z.B. wenn ich im SB bin und der BB sowohl tight als auch multitabler ist. Dies ist die langweiligste Phase im Spiel.

0.4) Middle
Die Middle Phase ist die schwierigste. Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: ich konnte verdoppelt (Push wurde gecallt oder ich hab irgendeine fette Hand gewonnen) oder ich bin langsam runtergeblindet und habe von den 1500 noch ca 1300 übrig. Hier sind normalerweise 3 der 9 Spieler raus, manchmal auch mehr - wenn es noch 7 oder 8 Spieler sind hab ich bei der Tableselection was falsch gemacht.
Wenn ich BigStack bin, dann klaue ich ggf. ab und zu die Blinds als reiner Bluff, hier schau ich hauptsächlich, dass ich den Multitablern klaue, niemals einem Fisch klauen und gegen non-Multitabler nie aus SB oder Button stealen, die könnten dann Restealen und das ist schon doof. Ich habe üblicherweise ein tightes Image aufgebaut und die "thinking Players" werden das gemerkt haben. Das will ich später nutzen, nicht jetzt. Nach Pokerstrategy beginnt bei 13BB die Push/Fold Phase - ich fange lieber später an < 10BB, man wird bei vielen Fischen zu oft gecallt und weggeluckt, hier ist es total ok etwas länger zu warten und die Fische sich gegenseitig killen zu lassen. Lieber mit Monstern wie gehabt pushen (AA, KK, AK und QQ) und hoffen dass einer callt. Hier weiche ich ziemlich von den gängigen Meinungen ab (Intellipoker, Pokerstrategy) - ich spiele viel tighter und vorsichtiger - man kann auch mit 8-9BB noch mit Push/Fold anfangen.

0.5) Late
Ok, das beginnt ab Blindlevel 50/100 oder 75/150. Es sind üblicherweise noch 4-5 Spieler drin - meist erreiche ich die Phase ohne meinen Stack wirklich riskiert zu haben bzw, nur mit AA, KK AK oder Sets Allin gewesen zu sein. Jetzt wirds spannend. Hier spiel ich dann im Wesentlichen wie ICM vorgibt, etwas tighter und angepasst an die Stacks und Tightness der Gegner. Grundsätzlich: niemals den BigStack-Fish pushen! Beste Targets sind die MidStacks Sharks (oder guten Spieler), den UltraShortStack im BB wenn er Fisch ist ruhig pushen - die lassen sich oft runterblinden und raffen nicht, dass sie einen Move machen müssten. Hier hab ich kein Standardvorgehen und es hängt sehr von meinen Reads ab.

0.6) ITM
Bubble geplatzt. Als Shortstack superaggro, denn es ist viel viel besser etwas zu riskieren und Platz 1 zu kriegen als sich "save" zu versuchen auf Platz 2 zu schummeln und oft dritter zu werden. Es ist halt einfach ein fetter Sprung von Platz 2 auf 1 und das Risiko lohnt sich. Beispiel: Platz 3 ist sicher mit +10$, Platz 2 sind nur 10$ mehr, Platz 1 sind aber 30$ mehr, also Faktor 3. Also grundsätzlich: besser auf 3 verrecken und einen Schuss auf Platz 1 zu wagen als zu versuchen sich auf Platz 2 zu schummeln und dabei zu versagen.
Als BigStack kommts drauf an wie die anderen so drauf sind. Wenn die gleiche Stacks haben kommt es oft vor, dass keiner rausfliegen will und die fast alles folden. Dann auch superaggro und Stack aufbauen. Den MidStack push ich dann mit fast allem, der will nicht rausfliegen wenn der Shortstack kurz vorm rausblinden ist (drauf achten das Fische hier anders denken und dumpf auch dann mal callen, auch die Supersharks die begriffen haben wie die Payout Structure läuft callen öfter mal (so wie ich halt), also aufpassen). Hier spiel ich sehr nah an dem was Collin Moshman in seinem Buch schreibt.

0.7) Headsup
Stumpf SAGE (Sit And Go Endgame System), kann man ergoogeln.

Ok, soweit die Basisstrategie... ich kann nicht oft genug sagen wie wichtig die Table-Selection ist und wie wichtig es is Gegner als tight/loose klassifizieren zu können. Jetzt kommen sämtliche "Moves", quasi mein Waffenarsenal was ich hier einfach mal für mich festhalten und ausbauen will, je höher das Level, desto mehr "thinking Players" desto wichtiger wird das.

1.) AK Push
Damit fang ich mal an, denn oben schreib ich ja, dass ich mit AK preflop auch bei niedrigen Blinds pushe. Das ist sehr unüblich aber ich halte es für klar +EV, was ich jetzt mal versuche in Worte und Zahlen zu fassen.
Also... AK ist eine sehr starke Hand, aber schwierig zu spielen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sehr viele kleine Pötte gewinnt oder selten einen großen Pot verliert - das was man "schlechte reverse implied Odds" nennt. Im Turnier ist ein kleiner gewonnener Pot kaum etwas wert, ein großer verlorener Pot ist extrem schlecht - das geht schon los wenn man nen Standardraise macht, Conti, und dann aufgibt, dann tut das schon weh. In 2/3 der Fälle trifft man nix und wenn man etwas trifft dann ist das für den Gegner oft offensichtlich und er foldet, oder er hat was besseres und man krigt aufs Maul. AK kann einfach keinen Flop treffen auf dem man eine gute versteckte Hand hält.
AK ist allerdings bei Preflop-Allins eine extrem starke Hand, ich versuch das umzudrehen: ich gewinne sehr oft sehr kleine Pötte (halt die Blinds), gewinne wenn ich gecallt werde oft und verliere sehr selten alles. Ok, kurze Analyse... Ich habe nur ein Problem gegen AA - da liege ich superweit hinten. Gegen KK lieg ich auch hinten, aber hab immernoch 3 Outs auf A, also knapp 30%. Die Wahrscheinlichkeit in AA oder KK zu rennen ist deshalb so gering, weil ich ja sowohl ein A als auch den K halte, also mit AK läuft man wesentlich seltener in AA oder KK also z.B. mit QQ - deswegen pushe ich auch AK viel leichter als QQ. Ich hatte das mal irgendwann ausgerechnet, ich glaube mit AK in AA oder KK zu laufen bei 8 Gegnern war 2-3% und da bin ich gewillt das Risiko einzugehen. Dann gibts die Calling Range der Fische - hier hat man entweder nen Coinflip gegen Pockets oder man liegt deutlich vorne. Deutlich vorne bedeutet, dass man die Gegnereische Hand meistens dominiert - ich werde oft gecallt mit schwächeren Aces (AQ, AJ, AT und manchmal noch schlechter) oder KQ oder KJ - da liegt man dann deutlich vorne. Klar hab man nur einen kleinen Vorsprung gegen sowas wie T8 oder so, aber selbst ein Fisch callt damit nicht - Der Witz ist halt, dass man gegen die vermeintlich stärkeren Hände besser liegt als gegen die schlechten Hände, also KQ ist besser als T9, aber gegen KQ liege ich viel besser als gegen T9. Whatever... Zwischenzusammenfassung: Ich hab mit 2-3% ein echtes Problem gegen AA oder KK (und selbst KK lucke ich in 30% der Fälle weg), habe einen Coinflip oder liege oft deutlich vorne - und meistens kriegt man die Blinds. Jetzt kann man diskutieren ob sich der Coinflip lohnt oder nicht.... Vordergründig betrachtet riskiert man zu 50% sein Turnier. Ja, in in 50% der Fälle wars das dann. Aber wie ändern sich die Chancen wenn man siegt? Erstmal hat man nur seinen Stack verdoppelt und einen Gegner eliminiert - das ist aber nicht alles. Man hat zwei weitere Vorteile: einmal hat man einen Stack mit dem man viel besser klauen kann - d.h. beim Poker werden in der mittleren Phase große Stacks größer und kleine Stacks kleiner, die Verdopplung führt also dazu, dass ich eher weiter gut klauen kann was tendeziell +EV ist - das kann man mit einem Avg. Stack nicht. Was viel besser ist, ist dass man einen großen Imagegwinn hat - man hat einmal gepusht mit einer echt starken Hand und die Spieler geben einem später viel eher Credit für eine starke Hand und callen weniger -> ein Invest der sich lohnt. Hier gibts nen Tradeoff: gegen "thinking players" ist der Imagegewinn Gold Wert - wenn man gegen Deppen spielt die nicht aufpassen so callen diese oft mit dominierten Blättern - so oder so ist es also +EV.
D.h. klar ist man mit 50% raus, aber in den 50% der anderen Fälle im Coinflip hat man neben der Verdoppelung noch "added Value". Das ist der Grund für mich AK preflop IMMER zu pushen.
(Anmerkung: im Cashgame würde ich das nicht so spielen - auch wenn das +EV ist denke ich kann man anders hier mehr Value rausholen - es gibt viele Gründe das im Cashgame anders zu spielen....)

2.) Limp-Push AA oder KK
Wenn der Tisch sehr aggro ist und ich in early Position AA oder KK halte, dann limpe ich oft in der Hoffnung, dass jemand raist und ich dann pushen kann. Das funktioniert nur wenn Fische am Tisch sind, jeder gute Spieler rafft das DIREKT und wird niemals callen - aber wenn es noch 3-4 Fische sind dann ist das ein Standardmove.

3.) SB Calls pushen
In Middle und Late Stage wenn man im BB ist und alles zum SB foldet, und der nur limpt, dann kann man gegen tighte Spieler meist gefahrlos pushen. Wenn die eine gute Hand halten hätten sie geraist, ein Limp hier ist der weakeste Move überhaupt (gilt auch bedingt bei einem Button-Limp). Das kann man machen wenn der Limper ein GUTER Spieler ist, wenn er noch genügend Chips übrig hat wenn er dann foldet und wenn es sich lohnt die Blinds zu klauen (er kann ja auch trappen). Ich mach das zum Beispiel bei Blindlevel 25/50 bis 50/100 wenn ich 10-15BB habe und der Limper ebenso. Wichtig: das sollte man nur einmal machen - ein thinking Player wird sich das merken und beim nächsten mal mit Monstern limpen und auf den Push hoffen! Wichtiger Nebeneffekt: hier kann man gut zeigen, dass man vielleicht kein gutes Steal-Opfer ist, es hat also auch noch abschreckende Wirkung als Added-Value gegen thinking Players.

4.) Going All-In without all of the Chips
Es wird überall gelehrt, dass man die Fold-Equity maximieren sollte und ab 10BB oder so immer alles pusht und nicht nur 3BB raist. Nun ist es so, dass "thinking Players" es merken wenn man davon abweicht, grundsätzlich ist es so, dass viele Spieler meinen "tricky" spielen zu müssen wenn sie ein extrem gutes Blatt haben - dieses "tricky spielen" wird oft als Alarmsignal gewertet und es schreckt ab - das kann man sich zu nutzen machen.
Folgende Situation: Blinds sind hoch, wenige Spieler im Spiel - es ist eindeutig push/fold Phase (also die meisten Spieler 6-10BB). Nun weicht man vom Standard ab und pusht nicht, sondern raist nur einen Großteil seines Stacks, z.B. man hat 1200 Chips bei 75/150 Blinds, statt die 8BB direkt zu pushen raist man auf 950 (250 Chips bleiben). Es ist für jeden Spieler offensichtlich, dass dies praktisch ein Allin ist, denn wenn der Gegner callt sind knapp 2000 Chips im Pot und man hat noch 250 übrig, da muss man ja mit allen callen bei den Potodds. Wenn man nun aber nicht alles pusht so ist das gegen "thinking Players" sehr auffällig und das Drohpotenzial ist höher als bei einem Standardpush, da es eher so aussieht als "wolle man gecallt werden". Die Fold-Equity ist hier halt deutlich höher und man kann damit sein Spiel etwas auflockern. Das ganze kann man gut bei Collin Moshman nachlesen - das einzig wichtige hier ist, dass man das möglichst nur machen sollte wenn ein gute "thinking" Player im BB sitzt - Fische (und Multitabler teilweise) raffen das nicht.

5.) Stop&Go
Der Move ist fast überall beschrieben (Sklansky, Moshman...) und ich hab lange nicht begriffen wie mächtig dieser Move sein kann. Ich will es mal aus Gegnersicht beschreiben. Man stelle sich vor man sitzt in late Position mit AK und macht einen Standardraise mit AK (Blinds mittelhoch mit ca. 15BB Stacks im Schnitt), der Gegner pusht - man hat eigentlich kaum eine andere Wahl als zu callen, AK preflop ist halt sehr stark.
Nun anders: Man hat AK in late position, man macht seinen Standardraise und der BB callt. Der Flop kommt und man trifft nicht, der BB puhst. Was nun? Man hat 6 BB im Pot und selnst noch 9 BB übrig - das kann man mit nur 2 Overcards nicht callen, man foldet - und ist Opfer des Stop&Go geworden.
Das ist genau der Hintergedanke beim Stop&Go - man hat im BB eine Hand die man auf jeden Fall spielen will, die aber nicht unbedingt sehr gut ist (z.B. 88 oder KQs). Ein Gegner raist - und man hat einen Read auf den Gegner, dass es kein Steal ist - also keinen Resteal machen will (Steal und Resteal siehe die üblichen Sites). Kurz: ein Push preflop hat kaum Fold-Equity, aber man will die Hand nicht folden - es läuft auf ein Allin hinaus und man hat nur noch die Wahr wann man Allin geht - wenn man denkt es ist ein Steal dann kann man direkt pushen, wenn es ein ernster Raise ist dann sollte man eher nur callen (Stop) und dann auf dem Flop pushen (Go). Man nutzt hier also aus, dass der Gegner in 2/3 der Fälle den Flop verpasst - das erhöht die Fold-Equity.
Kurz: Wenn man im BB ist, wenn man eine Hand hat mit der man auf jeden Fall spielen will und es sowieso auf ein All-In hinausläuft, wenn der Raiser nicht Pot-Comiited ist, dann ist es besser den Stop&Go zu spielen als direkt zu pushen.

6.) SB Limp-Steal
Wenn man im SB sitzt und alle folden, dann wird ein Raise meistens als Steal gewertet und ist die Standardsituation für einen Resteal-Push. Man sollte sich die Situation aber nicht engehen lassen... Man kann hier sein Spiel etwas variieren indem man nur callt und auf dem Flop Pot bettet. Man hat hier genau soviel investiert wie bei einem Standard 3BB Raise, die Wirkung ist aber besser (und man weicht vom Standard ab, was eine Alarmwirkung bei "thinking Players" hat). Wenn der BB raist, dann würde er auch einen Steal raisen und man muss eh folden und hat 2BB gespart. Dank an dieser Stelle an Marian für diesen "Move". Gut gegen Multitabler

7.) Checkraise Bluff auf dem Flop
Ein Move gegen tighte Spieler ist der Checkraise-Bluff - kaum ein Spieler blufft als Checkraise. Wichtig auch hier: never Bluff the Donkey! Folgende Situation: man ist im BB und ein Spieler aus late Position raist - Man callt, sieht den Flop und wartet auf die Conti, also Check, Conti kommt und man raist als Bluff. Wann ist eine Situation für dieses gut? Man muss realiv Deep-Stacked sein, der Gegner muss tight sein und kein Fish, er muss nach einem Fold weiterspielen können, also nicht Pot-Committed sein, nur zwei Spieler in der Hand, eigenes Image tight, Board muss "gut" sein, also kein A, kein K und am besten gepaired oder 3-suited. Hauptsache der Gegner hat mit großer Wahrscheinlichkeit nicht getroffen oder man selbst kann ein Monster getroffen haben. Beispiel:  Blinds 25/50, Stacks 2000. Button raist auf 150, man callt, Pot 300. Gegner contibettet 150 und man raist auf 350... Der Gegner hat noch 1700 Chips übrig, weiss aber dass wenn er callt es um seinen Stack geht (es sind dann 1000 im Pot und jeder hat noch 1700, es kommen noch Turn und River Runden). Jeder thinking Player wird nun merken, dass a) der Checkraise eine sehr starke Hand signalisiert, b) man als BB so ziemlich jede Hand halten kann, man ist also schwierig auf eine Range zu setzen, c) bei einem Call man ziemlich sicher um seinen Stack spielt, also das Turnier riskiert.
Folglich wird er nur mit Monstern weiterspielen - er muss einem Credit für sein Set oder mindestens TwoPair geben. Wichtig: selbst ein tightes Image haben und nur gegen gute, non-multitabling, thinking Players!!!

8.) Raise-Sizes
Man lernt ja überall, dass eine gute Raisesize 3-4BB sind. Dies gilt für Cashgame sicherlich und besonders wenn man deepstacked ist. Der Grund dafür ist, dass man dem Gegner keine guten Odds für einen Call geben will, aber auch nicht zu viel riskiert dabei. Da sind 3-4BB gut, denn ein BB müsste hier 2-3 BB callen für 3-4BB im Pot. Im Turnier gilt das nur bedingt, denn neben den Odds für einen Preflop-Call gibt es hier auch noch die größe des eigenen Stacks. Wenn man nur noch - sagen wir 12 BB hat, dann kann man mit einem kleineren Raise schon gute Effekte erzielen, denn ob jemand mit 12 BB 3 BB investieren muss oder nur 1,5 ist kaum ein Unterschied. Kurz gesprochen: Wenn man selbst BigStack ist und seinen Stack ausbauen möchte, und der BB sowohl Average Stack ist als auch in der Range 8-12 BB hat, dann reicht ein Raise auf 2,5 BB total aus - hat also den gleichen Effekt wie ein 3-4 BB Raise.

9.) Nachtrag 5.1.09: Checkdown by All-Ins

Ich würde gerne noch meine Meinung zu folgender Situation kundtun: Der Smallstack geht All-in und wird von mehr als einem Spieler gecallt - man sieht den Flop. Nun ist es "üblich" den Shorty runterzuchecken und nicht mehr zu betten, man will ja das der rausfliegt. Nun bin ich nur teilweise der Meinung, dass man hier nicht mehr betten sollte, neben den offensichtlichen Möglichkeiten (man hat ein Monster gefloppt oder es gibt einen guten Sidepot) denke ich gibt es Situationen, in denen man auch versuchen sollte den "dritten Mann" rauszu(semi)bluffen.

Was hilft ist die Tatsache, das jeder "weiss", dass man in der Situation nur noch mit Monster bettet und nicht runtercheckt, d.h. man hat enorme Fold-Equity. Mal angenommen man bettet (Minbet tuts) und der dritte Mann foldet, was sind die möglichen Ausgänge?

-1.) Der Smallstack hat die beste Hand und gewinnt, man hat nichts verloren, der dritte Mann war auch schlechter.

-2.) Der Smallstack hat die bessere Hand, wir haben aber den dritten Mann mit einer noch besseren Hand rausgedrängt - der Shorty hat verdoppelt statt rauszufliegen. Wir selbst haben zusätzlich nichts verloren.

-3.) Man gewinnt den Pot und hatte auch eine bessere Hand als der dritte Mann - ob bet oder nicht, hätte nix geändert.

-4.) Man gewinnt gegen den Shorty, der dritte Mann wäre noch besser gewesen: Volltreffer!

So grob sollte es dasn sein... nun - Situation 1 und 3 sind "neutral", da es effektiv am Ergebnix nichts ändert. 2 ist schlecht und 4 ist super - wie schlecht/super und wie wahrscheinlich sind die Situationen? Situation 2 ist unwahrscheinlich, da der dritte Mann oft gecallt hätte. Wie schlimm ist es denn, dass der Shorty überlebt? Es kommt drauf an - in der Bubble ist es schlimm, und auch nur wenn man selbst nicht der Bigstack ist. Situation ist supergeil...

Es ist schwierig das jetzt genau auszurechnen, ich will auch nicht sagen, dass ich "immer" in der Situation betten würde, aber ich nehme mal zwei extreme Beispiele (dazwischen sollte jeder selbst entscheiden):

A)

4 Players left, Smallstack hat 3BB, ich habe 5BB - 3 Player kriegen Geld. Ich bin im BB und der Shorty pusht aus MP, ich und der Button callen.

Ich hab 44 und das Board ist 789s

Hier würde ich auf jeden Fall runterchecken. Wenn einer von uns gewinnt bin ich im Geld, wenn er gewinnt bin ich supershort. 

Da er noch nicht UTG ist und somit total verzweifelt wird er schon was haben...

B)

6 Players left, Shorty hat 2BB, ich habe 40BB und der Shorty pusht UTG - ich calle und der SB auch.

 Ich hab 44 und das Board ist 789s

Der SB hat noch 10BB, im Pot sind 6BB - ich würde hier 3BB betten (halber Pot). Das ist für den SB signifikant! Klar ist es möglich, dass ich die beste Hand rausmocke und der Shorty verdoppelt, aber für mich selbst hole ich das Maximum raus. Und wenn der Shorty verdoppelt ist das nicht schlimm, ich bin BigStack und komm eh ins Geld, und es ist auch noch nicht Bubble-Time, d.h. Situation 2 ist mir egal und ich gewinne vielleicht noch 6BB die ich sonst verlieren würde...

Kurz: ich denke man sollte sich gut überlegen, ob das runterchecken "grundsätzlich" eine gute Idee ist und ob es nicht manchmal besser ist zu betten und den dritten Mann rauszumocken....  soweit dazu...

10.) Nachtrag 5.1.09: Push-Hände

Noch etwas, dass mir auf der Seele liegt... in der Push-Fold-Phase gibt es ja die dollen Tabellen wonach man pushen sollte. Ich bin da etwas unsicher, ob das wirklich so gut ist.

 Folgendes: Klar gibt es eine Rangfolge wie gut die Hände gegen eine "random Hand" sind und man sollte die ersten X% pushen. Stimmt das? Ist A8 besser als 78?

Im direkten Vergleich: ja sicher! A8 liegt deutlich vorne gegen 78.

Nur ist es doch so: wenn der Gegner foldet, dann war unsere Hand egal, wenn er callt, dann hat er nur eine bestimmte Range an Händen, und man will gegen diese Range gut sein, nicht gegen eine Random Hand.

Mit welcher Range callt der Gegner? Alle Pockets, AK-AT und vielleicht noch KQ.

Nun, gegen die Range ist A8 viel schlechter als 78, weil

a) A8 von vielen Händen der Calling-Range dominiert wird

b) Added Value wie Straight-Möglichkeiten fehlen.

Nun kann man sich selbst überlegen ob man findet, dass A8 eine gute Pushhand ist - und man sieht mal wieder wie wichtig es ist den Gegner als tight/loose einstufen zu können. Kurz: gegen einen tighten Gegner würde ich eher JTs als AT pushen, gegen superloose Gegner eher andersrum...

 Noch kurz der aktuelle Stand:


Ok, soweit mein momentaner Stand - offen zur Diskussion. Ein paar der Moves sind "offizielles Gut" (Stop&Go usw.), andere sind auf meinem Mist gewachsen.... klar hab ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und bei ein paar der Moves werde ich mir später wohl an den Kopf greifen und mir denken "ich Depp"... aber erstmal ist das da oben mein momentanes Waffenarsenal. Ich möchte nochmal eins klarstellen: das ganze ist auf die beschriebene Situation bezogen, also nur S&Gs (auf keinen Fall Cashgame!) und es ist halt meist so, dass am Anfang noch viele Fische drin sind (deshalb sehr tight) und später die "thinking Players" überlebt haben - viele der Moves setzen voraus, dass der Gegner aufpasst und denkt, deswegen habe ich wahrscheinlich auch auf den niedrigen Leveln so übel verloren (bei 3-5$ sinds halt nur Gurken)... Whatever - Offen zur Diskussion! Ab gehts...

4 Kommentare 2.1.09 20:07, kommentieren

FrustPost

Und wieder der Bubbleboy, AQ gepusht, gecallt von A4 und Flop 424... no comment. Dann als Shortstack 33 gegen 89 raus...

 Die Welt ist nicht fair.... ich kann mit allem leben, aber wenn mich so ein Vollfisch mit sowas schlägt - und das in nem 33$ Turnier... GNNN!!!

2 Kommentare 3.1.09 10:44, kommentieren